5. Etappe

5. Etappe Haselgruber Hütte - Riva

Am letzten Tag unserer Tour brechen wir früh auf, schließlich wollen wir noch 100 km bis zu unserem Ziel Riva del Garda zurücklegen.

Gleich von der Hütte weg, wird der Weg wieder sausteil, ich schiebe teilweise.

Das Roadbook verblüfft uns wieder mit schmalen, schön gelegenen Trails abseits der Straßen.

Blick von der Haselgruber Hütte auf die Brentagruppe früh am Morgen

Ab Malé wird der Weg wieder eben und steigt dann leicht an. Irgendwie fühlen sich meine Beine an, als ob sie aus einer Gummi-Blei Mischung bestünden. War wohl doch etwas zuviel Wein gestern abend...

So schleppe ich mich mehr, als dass ich fahre, den schönen Waldweg von Carciato zur Malga Mondifra hinauf. Gestern wäre ich den wahrscheinlich mit links gefahren.

Uwe macht das scheinbar nichts aus, er fährt wie eh und je ohne ein einziges Mal abzusteigen bzw. zu schieben.

Vor Bagni di Rabbi, Chris auf vollen Touren!
Uwe macht einen waschechten Hungerast durch. Diese Aufnahme entstand ca. 5 Minuten vor einer Riesenportion Spaghetti Carbonara

Oben, auf lächerlichen 1652 Metern, fahren wir weiter Richtung Madonna di Campiglio. Uwe ist auf einmal hinter mir. Ich warte auf ihn. Als er angezockelt kommt, sieht er um Jahre gealtert aus. Er hat unterwegs nichts gegessen und nun einen ausgeprägten Hungerast! Mit letzter Kraft schafft er es noch bis ins (scheußliche) Ortszentrum von Madonna, wo wir in einer Pizzeria erst einmal eine große Portion Pasta (komplex und langkettig) verdrücken. Uwe wirft noch ein Banana Split ein und wir überlegen, was wir uns heute noch zumuten wollen.

Im Vordergrund Uwe (satt) und im Hintergrund die Brenta (satter Anblick)

Wir beschließen, nach Auffüllen der Kohlehydratspeicher auf der Landstraße (nach Roadbook wäre es sicher schöner aber auch anstrengender gewesen)  bergab bis nach Tione di Trento zu rollen, uns die letzten 400  hm am Passo Duron zu schenken und stattdessen den Bus nach Riva zu nehmen.

Die anheimelnde Busstation von Tione. Hier ist erstmal Schluss mit unserer Tour

In Tione kaufen wir zwei Bustickets, nach einer Fahrt durch wilde Flußtäler kommen wir in Riva an. Uwe radelt in sein Hotel, ich werde von der Family abgeholt, weil wir noch ein paar Tage in Bardolino verbringen wollen.

Fazit:

Eine Supertour, durch die schönsten Landschaften, die man sich vorstellen kann. Ein Hauch von Einsamkeit ohne jemals völlig verlassen zu sein.

Was war ausschlaggebend für den Erfolg?

  • Das phantastische Roadbook sorgte für eine entspannte und stressfreie Navigation während der gesamten Tour
  • Ein Zweiterteam mit klar verteilten Kompetenzen
  • Die Tatsache, dass wir uns zwar ehrgeizige Ziele gesetzt hatten, aber den Mut fanden, auch nach “Plan B” vorzugehen (Übernachtung in Scuol, Sessellift, Bus)
  • Trotz unterschiedlichen Fahrleistungen ist der Schnellere nicht davon geradelt sondern hat immer wieder gewartet
  • Das richtige Equipment: Gerade beim Rucksack ist weniger mehr; maximal 5 kg. Gute Räder, ein Hardtail reicht eigentlich, allerdings würde sich Uwe inzwischen ein Fully kaufen
  • Traubenzucker und Magnesium gegen Durchhänger und Krämpfe
  • Frisches sauberes Wasser in den Gebirgsbächen
  • Die ganze Zeit über schönes Wetter
  • Mein HAC4 Bikecomputer
  • Die “Sixtus Gesäßcreme” riecht gut und lässt Probleme mit dem Sitzfleisch gar nicht erst aufkommen

Was ich anders machen würde?

  • Mindestens 20 kg abnehmen
  • Kürzere Etappen planen. Maximal 1000 hm an den ersten Tagen, später dann eventuell bis maximal 2000 Höhenmeter